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15.06.2016 Staubteufel im Georgengarten

Am vergangenen Wochenende wurde ein Staubteufel im Georgengarten beobachtet. Angelika Niedzwiedz vom IMUK hat das Naturphänomen mit ihrem Smartphone gefilmt.

Staubteufel im Georgengarten

Das beeindruckende Naturschauspiel ereignete sich bei bestem Grillwetter am Wochenende nahe der Stadtbahnhaltestelle "Schneiderberg" im Georgengarten, Hannover - nur unweit des Instituts für Meteorologie und Klimatologie (IMUK). Nach etwa einer Minute war das Schauspiel auch schon wieder vorbei. Verletzt wurde niemand, was wenig überraschte: Staubteufel sind relativ kleine Wirbel und nicht besonders gefährlich.

Dies ist nicht die erste Sichtung von Staubteufeln im Georgengarten. An besagter Stelle wurden schon mehrfach Aufwirbelungen von Sand von dem trockenen Boden beobachtet.

Das Video von Angelika Niedzwiedz kann hier angesehen werden.

Was sind eigentlich Staubteufel?

Die kleinräumigen Luftwirbel mit vertikaler Achse haben eine typische vertikale Erstreckung von 100 m und eine Lebensdauer von bis zu mehreren Minuten. Sie sind ein Phänomen der atmosphärischen Grenzschicht. Dies ist die unterste Luftschicht der Atmosphäre, welche direkt Einfluss vom Erdbodens beeinflusst wird.

Der Entstehungsmechanismus von Staubteufeln ist komplex und Gegenstand aktueller Untersuchungen. Forscher vom IMUK beschäftigen sich seit mehreren Jahren mit der Entstehung von Staubteufeln und dem damit verbundenen Vertikaltransport von Aerosolen. Numerische Simulationen mit dem turbulenzauflösenden Modell PALM, welches am IMUK entwickelt und betrieben wird, zeigen, dass viele solche kleinräumigen Luftwirbel entstehen, wenn der Erdboden von der Sonneneinstrahlung aufgeheizt wird, wie dies an Sommertagen mit wenig oder keiner Bewölkung der Fall ist. Meistens fehlt alledings der trockene Boden um einen Vertikaltransport von Staub zu bewerkstelligen, welcher die Wirbel erst sichtbar macht.

Es wird vermutet, dass Staubteufel global gesehen einen wichtigen  Beitrag zur Einmischung von Aerosolen in die Atmosphäre leisten.

Weitere Informationen

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15. Juni 2016