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Das Meteorologiestudium

Gleichungssystem zur Beschreibung thermodynamischer und dynamischer Prozesse in der Atmosphäre

Die Meteorologie ist die Physik der Atmosphäre. Daher ist das Meteorologiestudium nicht als eine Fortsetzung der Wetter- und Klimakunde aus dem Erdkundeunterricht zu verstehen, welche die Vorgänge in der Atmosphäre lediglich mit Worten beschreibt. Vielmehr geht es hier darum die in der Atmosphäre beobachteten Vorgänge mittels physikalischer Gesetzmäßigkeiten und Gleichungen zu erfassen und deren Ursachen zu erforschen. Wer sich also mit dem Gedanken trägt  Meteorologie zu studieren, sollte eine Sympathie für Physik sowie Mathematik haben.

Alpine Meteorologische Exkursion

Meteorologische Vorgänge finden in der Regel außerhalb des Labors statt. Auf Messkampagnen kann man den Reiz erleben, mit hoch empfindlichen Messgeräten in der Natur zu arbeiten. Hier ist oft auch Improvisationstalent gefragt. Gerade in den Bereichen der experimentellen Meteorologie ist auch handwerkliches Geschick von Vorteil. Die umfangreichen Datenmengen die hierbei anfallen, können häufig nicht mit kommerzieller Software ausgewertet werden und entsprechend sind hier Programmierkenntnisse zur Entwicklung eigener Auswerteprogramme notwendig.

Supercomputer auf dem Meteorologen komplexe Simulationen durchführen

Desweiteren lassen sich die mathematisch-physikalischen Gleichungen zur Beschreibung atmosphärischer Prozesse aufgrund ihrer Komplexität nur selten analytisch lösen und müssen daher numerisch, d.h. mittels Computer gelöst werden. Daher ist auch die Vermittlung von Programmierkenntnissen sowie das Entwickeln von Algorithmen zur Lösung eines Problems ein wesentlicher Bestandteil des Studiums. Viele meteorologische Probleme sind so komplex, dass das Lösen auf einem handelsüblichen PC Jahrzehnte dauern würde. Je nach Spezialisierung im Laufe des Studiums, haben Sie die Möglichkeit den Umgang mit Supercomputern zu erlernen, um z.B. mit vorhandenen und vielleicht von Ihnen weiterentwickelten Modellen turbulente Strömungen zu berechnen.

Da die Atmosphäre (im Großen wie im Kleinen) durch viele verschiedenste Randbedingungen (Ozean, Bodennutzung, Gebäude, etc) beeinflusst wird und die Atmosphäre ihrerseits Auswirkungen hat auf alles was sich in ihr befindet, gibt es viele interdisziplinäre Verbindungen z.B. zur Chemie, Geophysik, Ozeanographie, Biologie oder auch den Ingenieurwissenschaften. Dies findet im Studium z.B. Ausdruck in entsprechenden Nebenfächern.

Das Meteorologiestudium an der Leibniz Universität Hannover gliedert sich in ein sechssemestriges Bachelor- und viersemestriges Masterstudium. Mehr Informationen zu den Inhalten der Studiengänge, Zulassungsvoraussetzungen und zur Bewerbung finden Sie unter Studiengang Meteorologie!

Desweiteren bieten wir einen Selbsteinschätzungstest  an. Für diesen sollten Sie etwa 45 Minuten Zeit einplanen. 

Berufsbild

Der erste Kontakt mit der Meteorologie entsteht meist durch den Wetterbericht im Radio, Fernsehen oder Internet. Trotz der großen Medienpräsenz ist nur ein geringer Anteil der Meteorologinnen und Meteorologen bei den Medien angestellt. Die breite meteorologische und physikalisch-mathematische Ausbildung sowie hierbei erworbene Fähigkeiten wie z.B. das Analysieren und Lösen komplexer Probleme, das Präsentieren von komplizierten Sachverhalten, der Entwicklung von Computerprogrammen oder der Verarbeitung großer Datenmengen eröffnen ein breites Betätigungsfeld. Meteorologinnen und Meteorologen arbeiten in Forschungseinrichtungen, bei Wetterdiensten, Umweltämtern, Versicherungen oder Ingenieur- und Gutachterbüros, ebenso wie z.B. in Softwarefirmen, der Energiewirtschaft, der Autoindustrie, bei Fluggesellschaften oder in der Unternehmensberatung. Neben dem klassischen Bereich der Wettervorhersage und -analyse und der Grundlagenforschung zu atmosphärischen Prozessen, erstellen sie z.B. Ertragsprognosen für Windparks, untersuchen die Luftverwirbelung hinter Flugzeugen (um z.B. den Sicherheitsabstand nachfolgender Flugzeuge bei der Landung zu optimieren), simulieren die Strömungsverhältnisse in Städten (z.B. mit dem Ziel die Luftqualität zu verbessern) oder erstellen Risikoabschätzungen für Versicherungen. Die Berufsaussichten sind aufgrund dieser Vielfältigkeit als sehr gut zu bezeichnen.